Was ist ein Nachteilsausgleich?

Die folgenden Informationen beziehen sich auf den Besuch einer Regelschule in Rheinland-Pfalz.

(Der Nachteilsausgleich kann je nach Bundesland variieren.)

§3 Absatz 5 Satz 2 Schulgesetz (SchulG)

„Bei der Gestaltung des Unterrichts und bei der Leistungsfeststellung sind die besonderen Belange behinderter Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen und die ihnen zum Ausgleich ihrer Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen zu gewähren.“

Dieses Gesetz besagt, dass „Asperger-Autismus betroffene Schüler“ keinen Nachteil durch ihre „Behinderung“ (ich tue mich sehr schwer mit dieser Formulierung, da es meiner Meinung nach keine ist, sondern eine Form der Gehirnvernetzung) entstehen darf.

Ein Nachteilsausgleich ist/sind Maßnahmen, die dazu dienen, die entstehenden Nachteile aufgrund speziellen Gehirnvernetzung, zu kompensieren.


Ein Beispiel:

Asperger-Autismus Betroffene vernetzen Informationen sehr präzise.
Sie sammeln oftmals großes Wissen zu einem Thema, indem sie sich alle Informationen, wenn sie anderen auch noch so unwichtig erscheinen, merken. Diese Informationsvielfalt zu einem Thema ermöglicht ihnen, viele Fragen in diesem Zusammenhang beantworten zu können.

In der Leistungsüberprüfung stehen Begriffe wie: „Erläutere“, „Erkläre“, „Was weißt du über“ .

Ein Nachteilsausgleich kann in diesen Fall eine genaue Formulierung/Abgrenzung der Frage darstellen.

 Asperger-Autismus betroffene Schüler benötigen Hinweise, welche Zusammenhänge (von den vielen, die sie in ihrem Wissensstand parat haben) genau gefragt sind.

Genaue Formulierungen sind also keine Bevorzugung gegenüber den Mitschülern.

Der Nachteilsausgleich soll betroffene Schüler unterstützen und in die Lage versetzen, die geforderten Leistungen zu erbringen.

Er soll sie nicht von Leistungen befreien.

Aus diesem Grund sind bei Bildungsabschlüssen das Ausnehmen von inhaltlichen Anforderungen nicht möglich.

Asperger-Autismus betroffene Schüler haben einen juristischen Anspruch auf einen Nachteilsausgleich sowohl bei der Leistungsfeststellung wie auch bei der Unterrichtsgestaltung.

Falls die Schule nicht im Rahmen der Förderkonferenzen einen Nachteilsausgleich festlegt, kann dieser von Eltern und mündigen Schülern selbst gestellt werden.

Juristischen Grundlagen finden sie hier:

·      Landesgesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (LGGBehM)

·      § 3 Absatz 5 Schulgesetz (SchG)

·      §10 Absatz 1 Schulgesetz (SchG)

·      § 33 Absatz 4 der Grundschulordnung (GSchO)

·      § 2 Absatz 2 der Übergreifenden Schulordnung

·      § 50 Absatz 4 der Übergreifenden Schulordnung#


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